Armenische Bibel

Nachdem sie 120 Jahre in unserer Klosterbibliothek schlummerte und dort Kriege, Krisen und Umbauten unbeschadet überstand, begab sich am 12. Mai 2023 eine alte armenische Bibel auf die Reise nach Halle an der Saale..

Sr. Paulina Kleinsteuber brachte das seltene Stück ans MESROP-Zentrum der Martin-Luther-Universität in Halle. Das Mesrop-Zentrum, ist eine in Deutschland einzigartige Einrichtung für armenologische Forschung, Lehre und internationale Zusammenarbeit. Es widmet sich der multiperspektivischen Erforschung der armenischen Kultur und Geschichte.

Dort angekommen, übergab Sr. Paulina das Buch an Herrn Dr. Volker Adam von der Zweigbibliothek Vorderer Orient/Ethnologie der Universitätsbibliothek Halle.

Das außergewöhnliche Exemplar wurde 1733 in Venedig in der Druckerei von Antonio Bortoli im Auftrag der katholisch-armenischen Mechitaristenkongregation auf der Insel San Lazzaro degli Armeni / Venedig gedruckt, wie uns Frau Prof. Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan wissen ließ. Diese Ausgabe wurde, so Frau Prof. Armenuhi-Drost, nach dem Begründer und ersten Abt der Bruderschaft der Mechitaristen benannt. Mechitar (armenisch: Paraklet, Tröster (der Heilige Geist!) von Sebaste (1676-1749) war zudem ein bedeutender Gelehrter.

So zieht das Buch den bibliophilen Betrachter nicht nur durch den wunderschönen Ledereinband und seinem Goldschnitt mit Ornamentik, sondern auch durch die konkrete Verortung in der christlichen Geschichte in seinen Bann.

Nun wird es seinen Platz in der Sammlung der Bibliothek der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft finden. Aufgrund des sehr guten Erhaltungszustandes, wird es möglich sein, den Band zu digitalisieren und über das Open Access Repositorium MENAdoc weltweit digital anzubieten. So können alle, die ein Interesse für die armenische Kultur und die Ausprägung des Christentums dort haben, darauf zugreifen. Wir hoffen, dass diese schöne Bibel noch vielen Menschen auf diese Weise Freude bereiten kann.

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