Aufarbeitung (sexualisierter) Gewalt im Kinderkurheim Wessobrunn

Von 1956 bis in die 1990er Jahre betrieben wir Missions-Benediktinerinnen in Wessobrunn ein Kinderkurheim. Dort verbrachten sog. „Verschickungskinder“ mehrwöchige Kuraufenthalte und mussten teilweise traumatisierende psychische und physische Gewalt sowie sexuellen Missbrauch durch Ordensschwestern und Mitarbeiterinnen erleben. Wir bedauern das Leid und Unrecht, das den uns anvertrauten Kindern zugefügt wurde, zutiefst und nehmen unsere Verantwortung für eine umfassende Aufarbeitung sehr ernst!

Deswegen haben wir im Dezember 2024 das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung (sexualisierter) Gewalt im Kinderkurheim Wessobrunn und ggf. in anderen Einrichtungen der Ordensgemeinschaft beauftragt.

Das Projekt geht sowohl Vorwürfen zu sexualisiertem Missbrauch, psychischer und physischer Gewalt als auch Verdachtsfällen zu möglichen Medikamentenstudien oder medizinisch ungerechtfertigten Medikamentierungen nach. Die Leid- und Unrechtserfahrungen sollen erfasst und beschrieben, Abläufe rekonstruiert, Verantwortungsstrukturen ermittelt und die kulturellen, geistigen sowie gesellschaftlichen Hintergründe analysiert werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Wahrnehmung und den Erfahrungen von Betroffenen zu.
Das Forschungsprojekt soll auch dazu beitragen, in Zukunft grenzverletzendem Verhalten gegenüber Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen vorbeugen zu können.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie hier:
https://www.uniklinik-duesseldorf.de/aufarbeitung-wessobrunn

Ausdrücklich möchten wir Betroffene und andere Zeitzeugen/Zeitzeuginnen ermutigen, sich zu melden – bei uns direkt (Sr. Rachel Feller OSB, Priorin (sr.rachel@missions-benediktinerinnen.de) oder im Zeitzeugenportal
(https://redcap.med.uni-duesseldorf.de:5443/surveys/?s=4KARDWT9P9ETLJR3).

Die Kontaktdaten der neutralen Ansprechpersonen für Opfer sexuellen Missbrauchs finden Sie hier:
https://www.missions-benediktinerinnen.de/kontakt

Präventionsbeauftragte des Priorats Tutzing ist Sr. Veronika Sube OSB (sr.veronika@missions-benediktinerinnen.de).
Informationen zu unserem Institutionellen Schutzkonzept finden Sie hier:
https://www.missions-benediktinerinnen.de/ueber-uns/institutionelles-schutzkonzept-isk