Gemeinschaftstag im Oktober

Am 29. Oktober 2016 fand in Tutzing ein Gemeinschaftstag für Schwestern des Priorats Tutzing statt.

Nach dem mehr theoretisch ausgelegten Studienwochenende mit Sr. Michaela Puzicha OSB zum Thema „Gespräche in der Benediktusregel“ Ende September war nun der Fokus an diesem Tag im Oktober mehr auf dem Praktischen gelegen. Konkret hieß dies, wir verbringen Zeit miteinander, tun etwas gemeinsam und das sogar in aller Freiheit und Leichtigkeit, ohne dass dabei irgendetwas schwer erarbeitet oder ein vorzeigbares Ergebnis dabei herauskommen musste. Mal etwas ganz ohne Druck zu tun, war eine besonders wohltuende Erfahrung. Und natürlich kam dabei doch etwas Schönes und Vorzeigbares heraus.

Nach einem gemeinsamen Start im Plenum mit allen Schwestern und einer kurzen Einführung von Sr. Ruth Schönenberger und Sr. Elisabeth-Magdalena Zehe teilten sich die Schwestern mithilfe von gemeinsamen Geschmacksvorlieben in Bezug auf Schweizer Schokolade in kleinere Gruppen ein. „Sich einlassen“ war dabei das Motto, denn die meisten wussten nicht, was in den einzelnen Gruppen auf sie zukommt. Denn die Gruppen hatten völlig Unterschiedliches vor. Eine Gruppe verbrachte 2 Stunden mit dem Befüllen von Windbeuteln. Eine andere widmete sich musikalischen Experimenten. Eine weitere experimentierte ebenfalls, allerdings im Tanzen, und wieder eine andere Gruppe gestaltete ein gemeinsames Bild zum Thema Gemeinschaft. Und die fünfte Gruppe verbrachte die Zeit mit Spielen. Spielen, das hieß: Mithilfe von Stricken einen Turm aus Holzklötzen bauen. Klingt einfach, aber braucht ein gewisses Feingefühl im Miteinander. Während die einen es sehr genossen, einfach mal etwas zu tun, ohne dabei am Ende ein Ergebnis präsentieren zu müssen, waren die anderen stolz und beeindruckt, dass doch etwas bei ihrem Tun herauskam und wollten ihr Ergebnis doch mit allen anderen teilen. So kamen wir in den Genuss einer Bildbetrachtung und, ganz kulinarisch, in den Genuss von feinen Windbeuteln.

Nach einer ausgiebigen Pause nahmen wir uns am Nachmittag Zeit, näher die Text-Grundlagen zu Gemeinschaft in unseren Konstitutionen, der Regel Benedikts und der Heiligen Schrift anzuschauen. Wieder in Kleingruppen tauschen wir uns aus, wie sich Inhalte dieser Texte und die Erfahrungen aus dem Praktischen Teil am Vormittag konkretisieren ließen oder lassen.

Zum Abschluss trafen wir uns noch einmal im Plenum um den vergangenen Tag Revue passieren zu lassen. Anschließend feierten wir gemeinsam die Vesper. Vor dem Altar lagen Symbole, die an die verschiedenen Gruppenaufgaben vom Vormittag erinnerten.

Es war ein gelungener und vor allem auch ein erholsamer Gemeinschaftstag, der vielen von uns sehr viel Freude bereitet hat.

Denkt zum Vergleich an den 'menschlichen' Körper! Er stellt eine Einheit dar, die aus vielen Teilen besteht; oder andersherum betrachtet: Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen, die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Genauso ist es bei Christus. Denn wir alle - ob Juden oder Nichtjuden, Sklaven oder Freie - sind mit demselben Geist getauft worden und haben von derselben Quelle, dem Geist Gottes, zu trinken bekommen, und dadurch sind wir alle zu einem Leib geworden. ... Das alles gilt nun auch im Hinblick auf euch, denn ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Teil dieses Leibes.

1 Kor 12, 12-14;27 (Neue Genfer Übersetzung)

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