Sorocaba

 Geschichte des Priorats Sorocaba

Am 28. September 1905 kamen Generalpriorin M. Birgitta Korff und die Schwestern Alphonsa Kellenberger und Lioba Schledorn, alles Deutsche, mit dem Zug in Sorocaba (Brasilien) an. P. Michael Kruse, Prior der Benediktinerabtei in São Paulo, hatte sie eingeladen. Der Zweck der Neugründung war, dem Benediktinerkloster im Zentrum der Stadt, das seit mehr als zehn Jahren ohne Mönche war, neues Leben zu geben. Bald kamen mehr Schwestern von Olinda, das zwei Jahre vorher gegründet worden war. Schon 1906 begann unsre St. Scholastika-Schule mit zehn Schülern (jetzt mehr als 1000). 1908 kaufte die Gemeinschaft ein großes altes Haus am Rosenkranzplatz mit der Unsrer Lieben Frau vom Rosenkranz geweihten Kirche, welche im 18. Jahrhundert noch von Sklaven erbaut worden war. Am Abend des 31. Dezembers dieses Jahres kamen Indianer in typischer Tracht zum Rosenkranzplatz, um mit Liedern und Tänzen die Autoritätspersonen zum Neuen Jahr zu grüßen. Auf diese Weise konnten die überraschten Schwestern ein bisschen die Seele der Ureinwohner dieses Landes fühlen.

AUSBREITUNG und ENTWICKLUNG

HÖHEPUNKTE: Die Zahl der Schüler und Schwestern nahm ständig zu. 1919 begann eine Phase von Neugründungen gemäß den Bedürfnissen – Schulen, Pastoralarbeit, Katechese, Krankenpflege – einige wurden später geschlossen, heute existieren noch Itapetininga, Rio de Janeiro, Araçoiaba, Presidente Prudente, São Paulo, Santa Rita d’Oeste, Cunha. 1922 begann unsre Mission In Roraima (Amazonas-Region), sie währte 27 Jahre.

Unsre Schulen entwickelten sich gemäß den Bedürfnissen jeder Epoche: Musik, Internat, Handelsschule, schulgeldfreie Klassen für Arme, Alphabetisierung  für arme Erwachsene am Abend, Lehrerbildung, Krankenpflege...

M. Melania (Generalpriorin von   1920 – 27) war Priorin in Sorocaba von 1910-20 und von 1927-37. 1912 machte in Sorocaba die erste nicht europäische Schwester Profess: Sr. Henriqueta Fernandes d’Araujo von Olinda, ihr folgten andere Schwestern von Sorocaba. Das Priorat Sorocaba sandte 1956 die erste nicht europäische Schwester als Missionarin nach Afrika: die noch lebende Sr. Cristina Eloy Rosa. Andere brasilianische Schwestern folgten ihr.

1965 Neubau und 1985 Umbau unsrer Kirche in Sorocaba mit den Bildern der Rosenkranzgeheimnisse, ein Werk des berühmten Künstlers Claudio Pastro.

Ab 1990 begannen unsrer Gemeinschaften mit Oblatengruppen. 1995 wurden die Epiphanie-Benediktinerinnen (Buenos Aires, Argentinien) in unser Priorat integriert. Jetzt hat die Region Argentinien zwei Kommunitäten: Buenos Aires und Los Toldos.

SCHWIERIGKEITEN: 1910 führten finanzielle Nöte fast zum Ende der Gründung. Die Abtei St. Benedikt (São Paulo) half. Während des ersten Weltkriegs wurde die Schule von Schließung bedroht, da die Schwestern Deutsche waren, aber der offizielle Inspektor stellte bei seiner Visitation fest, dass alles den Gesetzen gemäss verlief, und die Schwestern sollten mit ihrer ausgezeichneten Schule weitermachen.

In den Siebzigerjahren war ein Mangel an Berufen – einige Jahre ohne Noviziat – eine große Sorge für das Priorat.

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Bild von Claudio Pastro

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Wachsende Zahl von Schülern, denn die Familien suchen gute Schulbildung gemäß christlicher Werte.

In drei unsrer Gemeinschaften Sozialzentren für arme Kinder und Jugendliche.

Pastoralarbeit an Orten ohne residierenden Priester, Weiterbildung für Laien im pastoralen Dienst, geistliche Begleitung von Ehepaaren und Familien.

               

KONKRETE ANTWORT AUF DIE EINLADUNG VON PAPST FRANZISKUS

DIE NÖTE DER ARMEN VOR UNSERE EIGENEN ZU STELLEN:

Trotz des Schwesternmangels hier wurden zwei Schwestern in unsrer Mission nach Bulgarien geschickt, in ein Land mit großer Armut und einem Minimum an Katholiken.

Unsre Schwestern besuchen alte und einsame Leute und bringen ihnen als Kommunionhelfer die Eucharistie.

In Sorocaba arbeiten zwei Schwestern wöchentlich beim Abendbrot für die Obdachlosen mit, das nahe der Kathedrale verteilt wird.

In Cunha machen unsre Schwestern große Anstrengung, das Krankenhaus in Gang zu halten, das der zahlreichen Bevölkerung der ländlichen Region – darunter viele Arme – dient.

Damit in Allem Gott verherrlicht werde!

Sorocaba_Escola Bíblica Do Ibura

Bibelschule

Sorocaba_Cunha

Cunha

Sorocaba_Itapetininga

Itapetininga

Sorocaba_Aracoiaba da Serra

Aracoiaba da Serra

Kontakt

Priorado Santa Escolástica

Rua Pe. José Manoela de Oliveira Libório, 77-Centro
18010-310 Sorocaba-SP
Brasilien
+55 15 3412 2816
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Priorin: Sr. Adriana Ribeiro

Andere Priorate

Generalatsdistrikt

Zum Generalatsdistrikt gehören die Gemeinschaften in Rom, Bulgarien, Haus St. Benedikt/Tutzing, Jinja (Uganda) und Indien. Die Missions-Prokura ist der Generalleitung unterstellt.

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