Fastenkalender
Einführung 2018

Sieben Wochen                   
                      ohne Kneifen

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Das diesjährige Fastenmotto der Evangelischen Kirche in Deutschland lädt uns ein, Masken fallen zu lassen, uns zu zeigen, wie wir sind: vor Gott, vor den Mitmenschen und vor uns selbst. Denn oft genug zeigen wir nicht einmal uns selbst unser wahres Gesicht, schminken uns, „verschönern“ uns, machen uns selber etwas vor. Freilich ist es zuweilen schmerzlich, mich zu sehen, wie ich wirklich bin. Aber es kann auch sehr befreiend sein. Ich brauche Mut, mich zu zeigen, wie ich bin. Aber es kann auch beglückende Erfahrungen schenken.

Und auch das gibt es: Wir wagen nicht zu zeigen, was wirklich in uns steckt, scheuen uns, verborgene Kräfte zu aktivieren, schlummernde Gaben zu entwickeln.

Freilich ist es manchmal bequemer sich zurückzuhalten, das eigene Potential zu verbergen. Das ist weniger anstrengend und weniger risikoreich. Aber unser Leben könnte viel bunter und reicher sein, wenn wir uns entfalten dürften mit allem, was uns gegeben ist. 

Dieser Kalender will uns helfen, uns anzusehen, wie wir wirklich sind. Jeden Tag schenkt uns der Blick in den „Fastenspiegel“ einen Blick auf eine Seite unserer Persönlichkeit – da kann sich ein Persönlichkeitsanteil zeigen, den wir nicht so gerne sehen, oder einer, der uns gefällt, oder einer, den wir vielleicht zu wenig leben, der verborgen ist und sich entwickeln möchte. Dabei helfen uns biblische Gestalten. Sie alle – angefangen von Adam bis hin zu Paulus – verkörpern ja Wesenszüge, die in uns liegen. Ich blicke in den Spiegel und da erzählt mir jemand, wie das bei ihm war mit dem „Zeig dich“. Unversehens geht mir auf: Das bin ja ich! Da redet ja jemand von mir! Und dann redet er auch mit mir …
Der Verweis auf die entsprechende Bibelstelle lädt ein zur Bibellese!

(Hinweis: Die Bibelstellen sind zitiert nach der Lutherbibel 2017)

Maike Schmauß

Die Texte stammen von Maike Schmauß.
Sie ist Prädikantin und Autorin, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Geistlichen Zentrum St. Martin München und im Kloster und Bildungshaus St. Martin Bernried