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Tutzing |
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| Das adlige Gründerpaar des Stifts
Bernried,
Otto und Adelheid von Valley, hatte den Chorherren im Jahre 1120 seinen Meierhof (curia) und sein Wappen (5 Glocken) überlassen, das sich heute im Siegel der Gemeinde Bernried befindet. |
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Kurz nach seiner Gründung gelangte das Stift wohl zur
größten
Bedeutung in seiner Geschichte: Drei Persönlichkeiten, die
für
die Klerusreform des 12. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielten,
suchten
im Stift Bernried Zuflucht:
Paul von
Bernried,
der Biograph Papst Gregors VII,
die
Visionärin
Herluca von Epfach und Sigebot,
der
erste Propst
des Stifts.
Bereits 2 Jahre nach der Gründung erhielt das Stift die "römische
Freiheit". Somit war es dem Papst in Rom und nicht dem Augsburger
Diözesanbischof
unterstellt. Die nächsten Jahre waren gekennzeichnet von
wirtschaftlichem
Notstand, dem Kaiser Ludwig der Bayer durch Zuwendungen und besonders
durch
das sog. Hofmarkenprivileg entgegenzuwirken versuchte. Der Propst
erhielt
hiermit die niedere Gerichtsbarkeit über alle Bernrieder
Hofmarksinsassen
und behielt sie bis 1803.
1382 ließ Propst Ulrich
Saller
für die Bernrieder Hofmarksinsassen eine eigene
Pfarrkirche Maria Himmelfahrt errichten.
Bereits am Anfang des 16.
Jahrhunderts
(Zeit der Reformation) befand sich das Stift wieder in wirtschaftlichen
Schwierigkeiten;
Schulden entstanden, hohe Kredite mussten aufgenommen werden.
Ähnlich
wie in anderen Stiften, gab es auch in Bernried zu dieser Zeit
Missstände,
was die Sitten und die Bildung der Konventualen betraf. Der 30jahrige
Krieg
(1618-48) brachte dem Stift besonders im Jahre 1633 erneute
Belastungen,
die durch Brand und Einquartierung von spanischen Soldaten entstanden
waren.
Unter Propst Johannes Riedl, einem
der bedeutendsten Pröpste Bernrieds, wurden die Stiftskirche St.
Martin
(1653), das Kloster und der
Meierhof
saniert, bzw. neu aufgebaut.
Einen letzen Aufschwung erlebte
das Stift unter Propst Mansuetus Resch
(1723-41), der alle
Stiftsgebäude
restaurieren ließ und Wissenschaft, Kunst und Kultur
förderte.
Die Durchführung der Säkularisation in Bayern brachte dem
Stift
am 16. April 1803 die Auflösung und die Enteignung
durch
den Staat. 1810 erwarb lgnaz
Graf Arco den gesamten Stiftsbesitz. Nach mehrmaligem
Besitzerwechsel
kaufte August Freiherr von Wendland 1852
Stift und Ländereien und gestaltete das ehemalige Kloster in ein Schloss
um (Neorenaissance). Es blieb bis 1941
im Besitz der Wendlandschen Familie. In diesem Jahr kaufte das Reichsinnenministerium
das Schloss mit dem dazugehörenden Park. 1942-1948
verlegte man - kriegsbedingt – die Orthopädische Klinik in
München ins Bernrieder Schloß.
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1949
begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte Bernrieds: Das
säkularisierte
Augustinerchorherrenstift wurde wieder Kloster.
Die Missions-Benediktinerinnen von Tutzing erwarben die alte Anlage, und am 4. Juli 1949 zogen die ersten fünf Schwestern dort ein. Das Bild zeigt, wie das Schloss seinerzeit beim Einzug der Schwestern aussah. |
Schon bald begannen sie mit einer Schule mit Internat, einer
Haushaltungsschule,
die dann im Laufe der nächsten Jahre zu einem Vorseminar für
soziale Frauenberufe (mit Fachschulreifeabschluß) ausgeweitet
wurde.Gleich
von Anfang ihres Hiersein sorgten sich die Schwestern um die Kranken
des Dorfes.
Lange Jahre arbeitete eine Schwester mit bei der Ökumenischen
Sozialstation
Peißenberg, die auch Bernried betreut.
In Bernried ist auch die Zentralstelle des Hospizvereins
Pfaffenwinkel e.V., der von einer Schwester des Bernrieder Klosters
aufgebaut
und geleitet wird.
Beteiligt waren die Schwestern auch bei der Gründung eines
gemeindeeigenen
Kindergartens,
der jahrelang von einer Missions-Benediktinerin geleitet wurde.
Von 1953 - 1995 war im
Kloster Bernried
das Noviziat der
Missions-Benediktinerinnen
von Tutzing, das dann nach Tutzing verlegt wurde.
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| 1972 wurde die Schule aufgegeben und das Haus in ein Bildungshaus für kirchliche Erwachsenenbildung umgewandelt. Das Bildungshaus St. Martin hat ein eigenes Jahresprogramm mit Veranstaltungen religiösen Inhalts (Bibelarbeit, Meditation, religiöse Familienbildung, Fasten-, Wander-, und Tanzwochen, TZI - Gruppen etc.). Daneben ist das Haus offen für Beleggruppen, hauptsächlich aus dem kirchlichen Bereich. |
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